8. Postulat

Postulat 8:

Es gibt keinen absoluten Tod.

Es gibt nur Verwandlung der Form und des Zustandes.

Der Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt ist endlos, bis dem Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) Genüge getan ist.

Dann ist die Einheit erreicht und es erfolgt keine Wiedergeburt mehr.


In jedem der jeweiligen Manifestationszyklen wurde die gesamte Substanz gleichzeitig im Urknall geboren. Das Gesetz der Wiedergeburt und das Gesetz der Wiederkehr der Materie besagt, dass es schon viele solcher Urknalle gegeben hat und noch geben wird. Das Universum begann mit diesem zyklischen Anfang und entfaltet sich durch die Erschaffung von Myriaden eigener Ausdrucksformen und bleibt dabei im Wesen immer Eines. All seine Formen entströmen derselben Quelle und werden aus dem gleichen ursprünglichen Äther, dem grundlegenden Baumaterial, geschaffen. So, wie wir beim Atmen während unseres gesamten Lebenszyklus zwischen Ein- und Ausatmen wechseln, so wird auch der gegenwärtige Zyklus der Erscheinungsformen des Universums wieder von der Quelle "eingeatmet" werden, wenn er diesen Inkarnationszyklus beendet hat. Später, nach einer gewissen Periode. wird sich das Universum wieder neu gebären, doch in anderer Ausdrucksform. Die Alten Weisheitslehren sagen uns, dass die kosmische Reinkarnation ein unendlicher Prozess ist.

Dieser besagte Vorgang hat in der menschlichen Existenz seine eindeutige Entsprechung. Jeder von uns wird durch einen Vorgang geboren, bei dem ein Aspekt der Seele sich mit dem mentalen, dem astral/ emotionalen und dem physischen Körper "bekleidet". Jeder von uns hat eine Lebensspanne, in der auf der individuellen wie auch auf der kollektiven Ebene die Möglichkeit zur Seelendurchdringung und für evolutionäres Wachstum besteht. Zur geeigneten Zeit beginnt die Seele innerhalb dieses Zyklus, sich von ihren drei niederen Trägern zu entfernen, und nimmt die Information der Erfahrungen dieser Inkarnation in sich auf. Später, in einem weiteren günstigen Augenblick, tritt sie in den verschiedenen Dichten der drei "niedereren Welten", die für das Karma geeignet sind, wieder in Erscheinung. Das Geburtshoroskop beruht natürlich auf diesen "geeigneten" und karmisch eingeleiteten Momenten. Die Interpretation der exoterischen Methode enthüllt das Wechselspiel der Energien, in und durch diese drei dichtesten Träger. Die Beschreibung des Horoskops nach der seelenzentrierten Methode zeigt, zu welchem Zweck sich die Seele inkarniert hat sowie ihre Beziehung zur Dreiheit der Persönlichkeit.

Es gibt noch einen anderen Aspekt dieser zyklischen Geburten. Geburt, Lebensspanne, das, was wir Tod nennen, und der synthetische Prozess der Absorption, der folgt, wenn die Lebenskraft den physischen Körper verlassen hat, dies alles ist der Schlüssel zum Rhythmus der Evolution. Er offenbart auch die grundlegende Liebesqualität an der Wurzel jeder Erscheinungsform in diesem speziellen Sonnensystem.

Der Zweck der Involution ist es einerseits, dem Geist zu ermöglichen, die Materie mehr und mehr zu durchdringen, andererseits der Materie und allem Materiellen zu ermöglichen, ihre Geistigkeit zu erkennen. Durch den Prozess der Evolution wird die mehr und mehr vergeistigte, sich selbst erkennende Materie in die Quelle ihrer Schöpfung wieder zurückgenommen. Jeder von uns, der "heimkommt", bringt mehr zurück, als er beim Verlassen hatte. Der Pfad der Rückkehr sieht so aus: je näher wir an das geistige Selbst herankommen, umso deutlicher wird unsere Göttlichkeit. Dies beruht auf der Erweiterung unseres Bewusstseins, und diese Bewusstseinsentfaltung ist eine Funktion der Seele aus dem Liebesaspekt der Gottheit.

Die Gnade Gottes liegt in dieser zunehmenden Selbst-Verwirklichung. Die Göttlichkeit als geistiger Wille fährt fort, sich zu manifestieren, während die Seele als Liebe weiter die Ausdrucksträger für ihn schafft. Je mehr wir die Seele verwirklichen, desto eher erkennen wir den geistigen Willen, der das Wesen unseres Seins ist. Die Persönlichkeit stellt den Träger für die Intelligenz oder die verbindenden Aspekte des Lebens bereit, damit sich diese mit der Materie vermischen und mit ihr zusammen wirken können und schafft damit neue Ausdrucksmöglichkeiten für den Geist in der Form. So, wie die Gottheit durch die Schaffung ihrer Ausdrucksformen "sich selbst" erkennt, so können wir als ihre Manifestationsformen uns als sie erkennen. Das ist der eigentliche Zweck des Lebens - durch Bewußtsein zu erkennen, dass wir das Leben sind. Im Wassermann-Zeitalter wird jeder von uns zu dieser Erkenntnis gelangen, indem er der Menschheit dient und entsprechend den Gesetzen und Prinzipien des neuen Zeitalters lebt.


Die nächsten beiden Postulate beschreiben ein sehr wichtiges okkultes Prinzip - das Gesetz der Sieben.

Auszug aus dem Buch von Alan Oken "Astrologie der Seele", erschienen1993 im Verlag Tabula Smaragdina S. 86 - 99