2. Postulat

Postulat 2:

Was wir als Materie und als Geist identifizieren ist das gleiche, der Unterschied liegt in der Intensität der Vibration.

Materie ist Geist in dichtester Schwingung, und Geist ist Materie in subtilster Schwingung.

Die Dichte und Greifbarkeit der materiellen Welt rund um uns ist illusionär.

So können wir wie Einstein in seiner Relativitätstheorie sagen, dass Energie und Materie austauschbar sind. Und wir wissen, dass alles Leben Energie ist und dass jede Energie, die Leben ist, sich bewegt. Die Vibrationsfrequenz der Bewegung bestimmt die Manifestationsform der Energie. Das hat eine besondere Bedeutung für den Metaphysiker. Es ist auch eines der Grundprinzipien, das die evolutionsbedingten Unterschiede erklärt, die zwischen den Auswirkungen der Planeten- und Zeichenvibrationen auf die einzelnen Menschen bestehen. Ein höher entwickelter, seelenorientierter Mensch vibriert mit viel höherer Frequenz als jemand, der materiell gebunden und persönlichkeitszentriert ist. Die Art der Vibrationsfrequenz übt einen großen Einfluß darauf aus, ob man auf die exoterischen oder esoterischen Planetenherrscher anspricht. Außerdem zeigt sie an, weiche der drei Ausdrucksebenen des Tierkreiszeichens in dem betreffenden Leben vorherrscht.

Die Energie, die uns in Form eines Felsens begegnet, bewegt sich mit viel langsamerer Frequenz als die eines menschlichen Wesens. Für uns ist der Fels ein solider Stein, aber dem Felsen "erscheinen" wir als Licht. In unserem Hund sehen wir ein Haustier. Unser Hund sieht uns als seinen Gott. Wenn wir uns weiterentwickeln und sich der Pfad der Seele dem erwachenden Bewußtsein entsprechend entfaltet, beginnen wir, Dinge und Menschen mehr als Energie und weniger als nur greifbare Formen zu sehen. Diese Art der Wahrnehmung und der dazugehörige Kampf einer Person und die ständige Wechselbeziehung beider Ansichten müssen berücksichtigt werden. Die Entfaltung dieser Art Intuition ist für den seelenzentrierten Astrologen absolut wesentlich. Um das Horoskop korrekt zu lesen, muss er auf die Bewsstseinsebene des Betreffenden eingestimmt sein und nicht nur auf die Anordnung der Planetenstellungen. Eine solche Einstimmung rechtfertigt es, den Ansatz punkt des Horoskops und seine Auslegung auf der Ebene der himmlischen Energiequellen bis zu ihren irdischen Entsprechungen zu deuten Je mehr jemand Leute, Orte, Dinge und besonders Ideen als Kombinationen verschiedener energetischer Frequenzen und Intensitäten wahr nimmt, desto größer ist die Seeleneinstimmung und konsequenterweise auch die Fähigkeit zu unpersönlicher und universaler Liebe.

Ein Vorteil, im Geburtshoroskop 'keine Planeten in Erdezeichen zu haben, ist das Potential für genau diese Art von "energetischer" Wahrnehmung. Hat eine seelenzentrierte Person keine oder wenig Erde im Horoskop, ist sie eher imstande, Dinge, Situationen, Menschen und Ideen zu durchschauen statt die anziehenden, gegensätzlichen oder beschränk. ten Eigenschaften ihrer verschiedenen Formen zu erleben. Diese Menschen merken bald, dass sie Träger sind, durch die höhere Energie wirken und Ausdruck finden. Auf der Persönlichkeits- ebene zeigt sich das anders. In diesem Fall würde ein Geburtshoroskop ohne das Element Erde - durch den Aszendenten oder eine Planeten-Zeichen-Kombination - der betreffenden Person wenig praktische Begabung im Leben zuordnen. Eine gewisse Naivität wäre festzustellen und die Notwendigkeit, die Lektionen eines materiell verwurzelten Lebens zu lernen. In diesem Leben wäre es unter anderem nötig, die Lebensenergie mit der physischen Ebene zu integrieren und zu verschmelzen.

Wenn viele Planeten im Element Erde sind, gibt es zwei mögliche Tendenzen. Auf der Persönlichkeitsebene besteht die Neigung, alles als Form anzusehen; die Intuition ist sehr einschränkt, und der Mensch bleibt in der Formwahrnehmung stecken, ist von ihr gefangen und an sie gebunden, da er Form als das Wesentliche sieht. Wenn der Evolutionsgrad höher liegt, dann ist der "Erd-Mensch" durch frühere karmische Erfahrungen trainiert, die Beziehung zwischen Form und Essenz klar zu sehen. Er wird fähig sein, den Plan in der Form und die Form als Erweiterung des Planes zu erkennen, und aktiv auf eine bestimmte Art an der Veränderung auf der Erde mitzuarbeiten. Jemand, der keine Erde in seinem Horoskop hat, kann das zwar ebenfalls erkennen, es ist aber unwahrscheinlich, dass er diese Transformation materiell konkret ausführt. So jemand würde eher auf der mentalen, intuitiven oder emotionalen Ebene arbeiten, je nachdem, ob der elementare Schwerpunkt im Horoskop auf Luft, Wasser oder Feuer liegt. Mit "Plan" meine ich das Zentrum der innewohnenden Göttlichkeit - den Willen, der sich durch die von ihm geschaffenen Formen zu zeigen versucht. Dies ist, wie schon gesagt, die elementare Geist-Seele-Beziehung, die allem Leben innewohnt.

Es gibt Leute, die am Morgen ihren Haferbrei zubereiten und essen, " und das war's dann" - sie essen ihren Haferbrei. Es gibt andere, die
den gleichen Haferbrei zubereiten, aber da sie die göttliche Präsenz in allen Dingen und allen Tätigkeiten erkennen, tun sie das anders. Sie wissen, dass Gott das Hafermehl herstellt, dass Gott dieses Hafermehl ist und dass Gott sich an den Tisch setzt und sich selbst ißt. Die Form ist die gleiche "Ich esse meinen Haferbrei." Der Unterschied liegt darin, dass die Wahrnehmung unterschiedlich fokussiert ist: und das entsteht durch die Abweichung in der Vibrationsfrequenz des individuellen Bewusstseins.

Die Postulate 3, 4 und 5 sind eigentlich drei Facetten eines großen Gesetzes. Es ist das fundamentale Prinzip, auf dem die gesamte Wissenschaft der Astrologie - der exoterischen wie der esoterischen - beruht: das Gesetz der Entsprechung. Es kann auch mit den Worten "Wie oben, so unten" beschrieben werden. Die drei Postulate und dieses Gesetz sind so eng miteinander verbunden, dass wir zuerst alle drei anführen und sie anschließend gemeinsam besprechen werden.


Auszug aus dem Buch von Alan Oken "Astrologie der Seele", erschienen1993 im Verlag Tabula Smaragdina S. 86 - 99